Biografie

Thomas Hengelbrock ist Gründer und Leiter der Balthasar-Neumann-Ensembles sowie Chef associé des Orchestre de Paris. Er zählt zu den herausragenden Opern- und Konzertdirigenten unserer Zeit. Sein Repertoire reicht von der Musik des 17. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Werken und umfasst alle Gattungen.

Bereits als künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (1995–1998), als Leiter des Feldkirch Festivals (2000–2006) und Musikdirektor der Wiener Volksoper (2000–2003) realisierte Thomas Hengelbrock außergewöhnliche szenische und genreübergreifende Projekte. Mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles sorgt er regelmäßig für Aufsehen, so etwa im Jahr 2013 mit konzertanten Aufführungen von Wagners „Parsifal“ im Klangbild der Entstehungszeit. Als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters (2011–2018) „beflügelte er Hamburg“ und „lockte immer neue Wunder aus dem Orchester hervor“ (Hamburger Abendblatt). In Zusammenarbeit mit Schauspielern wie Johanna Wokalek und Klaus Maria Brandauer entstehen immer wieder musikalisch-theatralisch-literarische Projekte, die vom Publikum enthusiastisch aufgenommen werden.

Neben Konzerten mit dem Orchestre de Paris im Rahmen seiner Position als Chef associé gastiert Thomas Hengelbrock in der Saison 2018/19 beim NHK Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich und bei den Salzburger Festspielen, wo er im Sommer 2019 eine Neuinszenierung von Luigi Cherubinis „Médée“ dirigieren wird. Im September 2018 eröffnete er zudem in Amsterdam die Saison beim Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem er als Gastdirigent regelmäßig zusammenarbeitet. Mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles konzertiert Thomas Hengelbrock in dieser Saison deutschlandweit sowie in Athen, Madrid, Barcelona, Brüssel, Luxemburg und Paris.

Künstlerische Höhepunkte der jüngeren Vergangenheit waren u.a. die Eröffnung der Elbphilharmonie im Januar 2017 mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, Gastspiele im Wiener Konzerthaus, Festspielhaus Baden-Baden und Théâtre des Champs-Élysées in Paris, eine Asien-Tournee mit Konzerten in Seoul, Bejing, Shanghai, Osaka und Tokio sowie die Eröffnung des Musikfestivals Prager Frühling. Die international gefeierte Zusammenarbeit mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester ist auch in CD-Einspielungen sowie TV-Produktionen dokumentiert. So erschienen auf CD bislang Werke von Mendelssohn, Schumann, Dvořák, Schubert und Mahler sowie – als erste Aufnahme aus der Elbphilharmonie – eine Einspielung der Sinfonien Nr. 3 und 4 von Johannes Brahms.

Prägend für Thomas Hengelbrocks künstlerische Entwicklung waren seine Assistenztätigkeiten bei Antal Doráti, Witold Lutosławski und Mauricio Kagel, die ihn früh mit zeitgenössischer Musik in Berührung brachten. Neben der umfassenden Beschäftigung mit der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts widmet er seine Arbeit intensiv der historisch informierten Aufführungspraxis. Seine Mitwirkung in Nikolaus Harnoncourts Ensemble Concentus Musicus Wien gab ihm entscheidende Impulse. Thomas Hengelbrock trug maßgeblich dazu bei, das Musizieren auf Originalinstrumenten dauerhaft im deutschen Konzertleben zu etablieren. In diesem Zusammenhang gründete er 1991 den Balthasar-Neumann-Chor und 1995 das Balthasar-Neumann-Ensemble. Beide Ensembles zählen zu den international erfolgreichsten ihrer Art.

Als Gastdirigent genießt Thomas Hengelbrock national wie international einen hervorragenden Ruf: Engagements führten ihn zu renommierten Orchestern wie den Wiener und Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und vielen mehr. Regelmäßig ist er an der Opéra de Paris, im Festspielhaus Baden-Baden, im Konzerthaus Dortmund und im Teatro Real Madrid zu Gast. Er arbeitet eng mit Sängern wie Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Anna Netrebko und Christian Gerhaher zusammen. 2011 debütierte er zudem mit Wagners „Tannhäuser“ bei den Bayreuther Festspielen.

Aufgrund seines großen Engagements in der Musikvermittlung wurde Thomas Hengelbrock 2016 der Herbert von Karajan Musikpreis verliehen.

Thomas Hengelbrock ist mit der Schauspielerin Johanna Wokalek verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn und lebt in Paris und Hamburg.

Stand: Januar 2019